London geht auf die Straße

Am 26. Juni gingen zahlreiche Briten in London auf die Straße um für ihre Freiheit zu demonstrieren. Ebenso wie in anderen Ländern richteten sich die Proteste gegen den Abbau der Grundrechte und für ein Ende der Maßnahmen der Regierung. Beobachter sprachen von bis zu einer Million Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung. Die beeindruckenden Luftaufnahmen (Video) waren in deutschen Leitmedien nicht zu sehen.

Protestzug in London am 26. Juni 2021

Ein Zusammenschnitt aus der Mitte des Protestzuges:

 

Unverändert finden auch in Deutschland tägliche Proteste statt. Der nächste große überregionale Protest wird am 1. August in Berlin erwartet. Die Bürger Londons scheinen entschlossen für ihre Freiheit und Rechte einzustehen:

Dies spiegelt sich allerdings kaum in der deutschen Medienlandschaft wieder: Deutsche Leitmedien berichten „seit Corona“ auffällig selten über die Proteste gegen die Aushöhlung der Grundrechte und über den Angriff auf die Freiheit der Bürger. Über die Proteste im Ausland erfolgt praktisch keine Berichterstattung. Proteste im Inland wurden in der Vergangenheit zumeist durch sog. „Framing“ in schlechtes Licht gestellt und dann langsam aus dem Fokus der Berichterstattung entfernt.

Dieses gleichartige Vorgehen verwundert nur auf den ersten Blick: Bedingt durch die Besitzstrukturen sind die Leitmedien weit weniger voneinander unabhängig als Außenstehende dies vermuten würden und der Gleichklang ihrer Themen wohl nicht nur durch Zufall zu erklären. Auch die Vernetzung zwischen den Chefredaktionen ist enger als man glauben könnte: Beim Treffen des WEF im Jahr 2019 waren Repräsentanten praktisch aller deutscher Medien, sowohl der öffentlich-rechtlichen als auch der privaten, angereist. Kleinere Verlage beschränken sich für die überregionale Berichterstattung mangels Personal zumeist auf die Meldungen der großen Nachrichtenagenturen (z.B. dpa) und passen sich so fast automatisch dem sog. „Mainstream“ an.

Update: Die Proteste gehen in den zweiten Tag. Die volksfestähnlichen Szenen vom 27. Juni suchte man in deutschen Leitmedien erneut vergebens.