Medien als Waffe gegen freie Gesellschaften

Freie Gesellschaften benötigen freie Medien. Dies liegt darin begründet, dass Medien in gewissen Grenzen die Gefühle und Überzeugungen „der Masse“ steuern können. Dieser Hebel reicht am Ende aus, um den Kurs ganzer Gesellschaften in bestimmte Richtungen lenken.

Unfreie Medien bedeuten nicht zwangsläufig staatlich kontrollierte Medien. Staatliche Kontrolle ist der direkteste und damit der erkennbarste Weg zur Instrumentalisierung von Medien. Die heutige Zeit erlaubt subtilere und damit bessere Formen der Kontrolle von Medien – „besser“ in dem Sinne, dass die Wirkmächtigkeit der Medien steigt, je weniger ihre Instrumentalisierung von der Masse erkannt wird. Die perfekteste und perfideste Form einer unfreien Gesellschaft erzeugt die Illusion von freien Medien und verschleiert ihre Instrumentalisierung bestmöglich.

Damit Medien unfrei werden, ist eine direkte Kontrolle nicht erforderlich. Es genügen hierzu hinreichend starke Abhängigkeiten – z.B. durch Besitzverhältnisse oder finanzielle Abhängigkeiten. Finanziert sich ein Medium beispielsweise überwiegend durch Werbung, dann hängt seine Existenz an der Zufriedenheit der großen Werbepartner. Es ist dann sehr unwahrscheinlich, dass sich das Medium mit seinen Inhalten gegen die Interessen seiner Partner positioniert. Hierzu ist keine „Weisung“ notwendig, sondern es greift eine Art der Selbstzensur. Am Ende ist es Angst um wegfallende Einnahmen die dieses Verhalten erzeugt.

Vergleichbare Probleme ergeben sich aus den Besitzverhältnissen. Je nach Rechtsform bestimmen diese die personelle Zusammensetzung von Aufsichtsrat und Vorstand. Führungskräfte, die in elementaren Aspekten nicht „auf Linie“ der Besitzer agieren, wird das Unternehmen (auch Medien sind Unternehmen) kaum dauerhaft tragen.

Den Weg in die Unfreiheit gehen Gesellschaften und Medien meist Hand in Hand. Wie dies am Ende aussieht zeigt ein aktuelles Beispiel aus der Frankfurter Rundschau (FR) und ein Artikel der Autorin Sabine Schramek über die Europeans United Demonstration in Frankfurt am 25. Juni 2022. Den Veranstalter („Europeans United“) benennt Schramek in dem Artikel nicht – statt dessen versucht sie bereits zu Beginn über den Sammelbegriff „Querdenker“ die Teilnehmer als Teil einer Gruppe darzustellen, die in der öffentlichen Wahrnehmung negativ bescholten ist. Dieses mediale Stilmittel nennt sich „Framing“. Ein beim Leser bekannter und negativ assoziierter Begriff soll auf etwas Neues übertragen und darauf in gewisser Weise „im Kopf des Lesers abfärben“. Framing bezweckt also eine Diskreditierung im Denken des Lesers und vermeidet typischerweise Diskreditierung durch geschriebenes Wort.

Quelle: Frankfurter Rundschau

In dem Artikel mit der Überschrift „Offener Antisemitismus bei ‚Querdenken‘-Demo in Frankfurt“ legt Schramek für die Zuschreibung von Antisemitismus im Wesentlichen dem Moderator eines Demo-Fahrzeugs das Wort „Judenpresse“ in den Mund.

Quelle: Frankfurter Rundschau

Besagter Moderator nutzte allerdings den Begriff „Lügenpresse“ was die Aufzeichnung des Protestzuges ab Minute 5:08 auch belegt. Darin heißt es akustisch gut verständlich:

Sag‘ mal ist die Lügenpresse heute eigentlich auch da, ich möcht‘ gern ein Interview geben! Ich stell aber nur Fragen, dann kann nichts gesendet werden!

Schramek, die bereits in früheren Artikeln negativ über Proteste von Corona-Kritikern berichtete, bedient sich in ihren Artikeln augenscheinlich wiederkehrend des Stilmittels „Lügen durch Weglassen“. Hierbei werden Ereignisse durch selektives Weglassen von Tatsachen derart verfälscht, dass im Kopf des Lesers ein anderes Bild entsteht, als wäre er selbst Zeuge gewesen. Das selektive Weglassen geschieht charakteristischerweise für dieses Stilmittel nicht aus Unkenntnis oder Versehen sondern mit manipulativer Absicht.

Typisch ist der Ansatz, nach einem negativen Framing nur noch solche Umstände darzulegen, welche das Framing bestärken – im konkreten Fall des Artikels von Schramek insbesondere durch Auswählen bzw. Weglassen von Texten auf Schildern und Bannern auf der Veranstaltung. Weggelassen werden solche Schildertexte die nicht in das Framing passen – selbst dann, wenn diese in klarer Überzahl den Geist der Veranstaltung prägten. So bleiben in dem Artikel Inhalte der „offiziellen Banner“ sowie die Kernforderung der Veranstaltung unerwähnt, die Impfpflicht in medizinischen und pflegenden Berufen aufzuheben:

Eine häufige Herausforderung im Umgang mit derartigen Artikeln ist die Beweisführung und Widerlegung von Behauptungen: Während es für Autoren zunächst einfach genügt, Behauptungen aufzustellen, bleiben sie rechtlich solange schwer fassbar, bis Beweise zur Widerlegung ihrer Behauptungen greifbar sind. Selbst wenn das, wie in diesem Fall, teilweise möglich war, bleibt meist ein Schaden in der öffentlichen Wirkung zurück.

Fotos: zukunft-fr.de