Das Wochenende an dem Berlin protestierte

Am 1. August waren verschiedene große Demonstrationen in Berlin angemeldet gewesen. Nach Monaten an Planung der unterschiedlichen Initiativen fiel der Versammlungsbehörde wenige Tage vorher auf, das so etwas aus Gründen des Infektionsschutzes nicht sein dürfe. Also wurden 13 der angemeldeten Demonstrationen kurzerhand verboten. Für den Christopher Street Day, der kurz zuvor am 24. Juli 2021 in Berlin statt fand, sah die Versammlungsbehörde solche Probleme nicht.

Bereits im Vorfeld wurde auf Feststellung geklagt, um für die Versammlung Rechtssicherheit zu bekommen – dies wurde mit der Begründung abgewiesen, dass ein Verbot der Versammlung unwahrscheinlich sei. Nachdem das „unwahrscheinliche“ Verbot dann eintraf, wurde gegen selbiges durch die Instanzen geklagt. Auch diese Klage war letztlich nicht erfolgreich: Die Versammlungsbehörde hätte das Verbot zu Recht erlassen. Einem Polizisten vor Ort rutschte (wohl aus Versehen) genau das über die Lippen, was viele Demokraten schon ahnten und dachten: Die Versammlungen wurden (Zitat) „themenbezogen“ verboten.

Vor Ort stellte sich heraus, das die Behörden augenscheinlich weitere Strategien erarbeitet hatten, um den Artikel 8 des Grundgesetzes auszuheben und die Proteste zu zersetzen. Nicht verboten worden waren zwei Autokorsos ab dem Parkplatz Olympiastadion: Einer sollte vormittags gegen 11 Uhr starten, ein zweiter ab 15 Uhr am Nachmittag. Der erste Autokorso durfte seitens der Einsatzleitung gar nicht erst losfahren, den Zweiten führte man mit 2 Stunden Verspätung über die Strecke als die meisten Teilnehmer bereits abgezogen waren. Das Gros der Teilnehmer hatte sich zwischenzeitlich einem der Züge durch die Stadt angeschlossen, von denen einer sogar den Startpunkt des Autokorso kreuzte.

Bilder vom Ort der Versammlung:

Somit ist der 1. August wohl auch der Tag, an dem Artikel 8 des Grundgesetzes in Berlin mit oder an Corona verstarb. Trotz der Verbote traten allerdings zahlreiche Demokraten in Berlin für Freiheit und Demokratie ein: Nach offizieller Verlautbarung standen 2250 Polizisten ca. 5000 Menschen gegenüber – in Wirklichkeit zogen bis zu 100.000 Menschen durch das gesamte Stadtgebiet.

Ein Zug führte über die Straße des 17. Juni, brachte dort den Verkehr zum erliegen und ging an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche vorbei in Richtung Tiergarten. Die Polizei konnte die Brücken zum Tiergarten ins Regierungsviertel und einzelne Engpässe sichern, den Zug der Massen ansonsten aber nicht aufhalten.

 

Weitere Bilder aus dem Zug:

Auch auf dem Alexanderplatz feierten die Menschen:

Auch ein bereits bekanntes Filmteam um Thilo Mischke (SPD) stand in der Mitte des Geschehens:

Wir wissen nicht, ob das T-Shirt Recht hat und die Mondlandung nur ein „Hoax“ war. Aber was an diesem Tag in Berlin passierte, das wissen wir – wir waren alle dabei. Ob der Bericht darüber ein „Hoax“ sein wird, müssen wir noch herausfinden.

Weitere Bilder aus Berlin von den unterschiedlichen Orten und Umzügen:

 

Beobachter von zukunft-fr bemerkten in den Gesprächen mit einzelnen Beamten vor Ort vor allem eine erschreckende politische Indoktrinierung der Berliner Polizei. Bei den Versuchen die Menschen trotz Unterzahl zu stoppen, kam es mit deren Beteiligung auch immer wieder zu verstörenden Gewaltszenen – sogar gegen Frauen und Kinder. Ein Gründungsmitglied der Partei „Die Basis“ verstarb nach seiner Festnahme im Polizeigewahrsam.

Sein Opfer für Freiheit und Demokratie wird unvergessen bleiben

In der folgenden Aufnahme ist zu sehen, wie ein auf dem Boden sitzender Junge von einem Polizisten offenbar einen Schlag ins Gesicht erhält, während seine neben ihm sitzende Mutter weggetragen wird.

 

Wenig zimperlich ging die Berliner Polizei gegen Menschen vor, die einen formalen Anlass lieferten und zum Beispiel versuchten durch eine Absperrung zu schlüpfen: Ein Demonstrant wurde kurzerhand durch eine Schaufensterscheibe geworfen und erlitt dabei erhebliche Schnittverletzungen, ein Anderer wurde in der Fahrt vom Fahrrad gestoßen. Eine ältere Dame ging nach einem Schlag auf den Kehlkopf zu Boden:

 

Einer der brutalsten Vorfälle: Ein Demonstrant wird am Boden liegend von zwei Polizisten krankenhausreif geschlagen und blutüberströmt davongeschleift:

Den Beobachtern von zukunft-fr vor Ort schien die ausufernde Gewalt der Berliner Polizei allerdings Kalkül zu sein: Menschen von Demonstrationen abschrecken und Proteste zersetzen. Eine Strategie, die leider von Erfolg gekrönt sein könnte: Auch der Freiburger Autokorso war in der Vergangenheit mit Nagelanschlägen konfrontiert, was viele Teilnehmer nachhaltig einschüchterte wie die Gespräche zeigten.

Ein schonungsloses Fazit könnte nach gut 1,5 Jahren Corona wohl lauten: Die alte demokratische Bundesrepublik scheint sich aufgelöst zu haben und einem veritablen Terror-Regime gewichen zu sein.

Update 8. August: Einsatzbefehl der Berliner Polizei zum 1. August (Quelle)

„Gegen Personen, die an verbotenen Versammlungen teilnehmen möchten […] ist sofort konsequent bei niedriger Einschreitschwelle vorzugehen“
Fotos: u.a. zukunft-fr.de, pressbynick, Die entfesselte Kamera